Lubowski Design.

16. Jun 2026
4 Min

ToolTheater

CueBoard: ein Werkzeug für den Video-Betrieb im Theater

Ein Werkzeug für den Video-Betrieb im Theater

CueBoard entstand aus dem Bedarf, im Vorfeld einer Produktion klar zu erfassen, was wann auf welchem Ausgang läuft. Welche Kamera, welcher Zuspieler, welche Fade-Zeit, welcher Cue.

CueBoard speichert keine Videos, sondern nur die Informationen über sie. Auf dieselbe Show gibt es zwei Blicke: den Ablauf für alle, die mitplanen, und die Timeline für den Betrieb am Medienserver.

Der Ablauf

Am Tisch sitzen Regie, Ausstattung, Inspizienz und Technik zusammen · und die wenigsten davon denken in Sekunden. Der Ablauf ist deshalb keine Zeitachse, sondern eine Tabelle.

Jede Zeile ist ein Moment der Show, mit Cue-Nummer, Namen und Auslöser („auf den Applaus", „wenn das Licht kippt"). Jede Spalte ist ein Ausgang mit seinen Ebenen, von oben nach unten gezählt, so wie sie auch übereinander liegen.

Die Zelle erzählt es selbst

Jede Zelle zeigt mit Farbe und Verlauf, was dort geschieht, ohne dass man eine Zahl lesen muss:

  • Harter Schnitt: die Farbe steht sofort.
  • Einblenden: oben durchsichtig, das Bild kommt von unten.
  • Überblenden: oben die alte Farbe, unten die neue.
  • Läuft weiter: derselbe Block ohne Trennlinie, der Name steht nur oben.
  • Ausblenden: die Farbe läuft nach unten aus.

Die Ebenen tragen die Farbe ihres Ausgangs, etwas abgedunkelt. Ein durchgehender Clip ist damit auf einen Blick ein Block · nicht acht einzelne Zellen.

Umbauen statt nachtragen

Ein Clip lässt sich als Ganzes ziehen: anfassen an jeder Stelle seines Laufs, verschoben werden Start, Zwischenmomente und das abschliessende Ausblenden zusammen, die Länge bleibt. Ist das Ziel belegt, fragt CueBoard nach: ersetzen oder tauschen. Mit Alt kopieren, per Rechtsklick oder ⋯-Menü dieselben Befehle noch einmal in Textform.

Abschnitte ziehen Akte und Szenen ein: eine eigene Trennzeile, die keinen Cue verbraucht. Und weil Shows lang werden: Ausgänge lassen sich zu einer schmalen Farbspur einklappen, Abschnitte auf eine einzige Zeile · eine Miniatur des ganzen Abends, während man an einer Stelle arbeitet. Das merkt sich der Browser pro Person, es ist eine Ansichtssache und keine Änderung an der Show.

Wer was sieht

Der Ablauf hat ein eigenes Show-Passwort. Wer damit hereinkommt, landet direkt hier und muss sich mit Spuren, Fade-Kurven und Sekunden gar nicht erst befassen. Neue Shows starten mit einer Karte Erste Schritte und einem kurzen Rundgang, der erst losgeht, wenn es auch etwas zu zeigen gibt.

Aus dem fertigen Ablauf lässt sich auf Knopfdruck eine Timeline erzeugen · und natürlich alles als PDF drucken.

Die Timeline

Wo es auf die Sekunde ankommt, am Medienserver und in der Technikwoche, liegt dieselbe Show auf einer Zeitachse.

Die Bausteine

  • Ausgang. Ein physisches Ziel (Projektion, TV, LED-Wand) mit Name, Auflösung und Farbe.
  • Input. Eine Quelle: Live-Kamera oder vorproduzierter Content. Beliebige Eigenschaften lassen sich anlegen.
  • Spur. Eine Zeile auf der Timeline, unabhängig vom Ausgang. Mehrere Spuren dürfen denselben Ausgang nutzen.
  • Clip. Eine Box auf einer Spur: „Input X läuft von Sekunde A bis B", inklusive Fade-In/Out und Kommentar.
  • Cue. Ein farbiger Marker mit Linie über alle Spuren, optional mit Notiz.

Was es gut macht

Die Live-Leiste unter der Timeline zeigt fortlaufend, was gerade auf jedem Ausgang läuft, mit Fade-Status und Zeit bis zur nächsten Änderung. Beim Abspielen läuft sie live mit, was sie zur eigentlichen Probenansicht macht.

Musik, Takte und Tempo

Viele Einsätze hängen an der Musik, nicht an der Sekunde. Darum kennt CueBoard Songs: mit Taktanzahl, Taktart, Tempowechseln und Wiederholungen. Eine Partitur lässt sich als MusicXML importieren, Takte und Noten erscheinen dann direkt über der Timeline.

So weiß ein Cue nicht nur „bei Sekunde 92", sondern „in Takt 19, dritte Wiederholung".

Zusammenarbeit in Echtzeit

Mehrere Personen können gleichzeitig an derselben Show arbeiten. Änderungen erscheinen sofort bei allen anderen, ohne sich beim Tippen ins Gehege zu kommen.

Vom Cue zum Drehplan

Für Video im Theater werden oft eigene Inhalte gedreht. Ein Drehplan gehört darum dazu: Termin, Ort, welche Theaterabteilungen gebraucht werden (Requisite, Kostüm, Maske, Bühne, Licht, Ton …) und was sie vorbereiten, wer wann in welchem Kostüm anreist.

Ausgeben und teilen

Alles lässt sich als PDF drucken: der Ablauf, das ganze Show-Sheet, nur die Cue-Liste oder der Drehplan, wahlweise auf Deutsch oder Englisch. Dazu CSV-Tabellen für die Tabellenkalkulation und ein vollständiger JSON-Export als Sicherung.

CueBoard ist zweisprachig, läuft hell oder dunkel und funktioniert auch mobil, mit einer vertikalen Timeline fürs Handy.

Verfügbarkeit

CueBoard ist kein öffentliches Produkt. Die Anwendung läuft auf der eigenen Infrastruktur und wird auf Anfrage für konkrete Produktionen freigeschaltet. Wer es für eine Produktion oder ein Projekt einsetzen möchte, kann sich direkt melden, dann gibt es Zugang und ein Show-Passwort.

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