Lubowski Design.

14. Sep 2026
4 Min

ToolLicht

FINDUS: die Lichtdokumentation, die sich selbst fotografiert

Die Lichtdokumentation, die sich selbst fotografiert

Wer im Theater Licht macht, kennt den Moment: die Produktion steht, und jetzt muss dokumentiert werden. Jede Stimmung, jedes Preset.

FINDUS automatisiert genau das. Die Software steuert die Lichtkonsole, fotografiert jeden Schritt mit beliebig vielen Kameras gleichzeitig und baut daraus eine durchsuchbare Foto-Dokumentation samt druckfertigem PDF. Was früher eine mühsame Aufgabe war, läuft jetzt als automatisierter Durchlauf · und das Ergebnis ist vollständiger und einheitlicher, als es von Hand je würde.

Wie es funktioniert: Plan, Record, View

FINDUS ist entlang des echten Arbeitsablaufs in drei Schritte gegliedert.

1. Plan

Am Anfang steht ein CSV-Export von der ETC-Eos-Konsole. FINDUS liest daraus in einem Rutsch alle Presets, Cues und Gruppen inklusive der Kanalbelegungen. Kanäle, die die Konsole als unbenutzt führt, lassen sich direkt nach dem Import aufräumen.

Daraus entsteht der Dokumentationsplan, geführt in fünf Schritten. Das Herzstück sind die Phasen: eine Produktion hat selten nur ein Bühnenbild, also gliedert man den Plan nach Umbauten. Zwischen zwei Phasen pausiert der Durchlauf automatisch, das Team baut um, und auf Wunsch beginnt jede Phase mit einer Setup-Fotorunde: einmal mit dem Handy über die Bühne laufen und den Aufbau festhalten, bevor es weitergeht.

Pro Preset lässt sich festlegen, ob jeder Kanal einzeln fotografiert wird oder die Stimmung als Ganzes, und mit welcher Intensität die Channels dokumentiert werden. Auch die Sneaktime wird berücksichtigt.

2. Record

Beim Durchlauf übernimmt FINDUS das Pult per OSC: es ruft Preset für Preset, Cue für Cue ab. Die Software wartet, bis auch das langsamste Gerät seine Position erreicht hat, gibt den Kameras Zeit, ihre Belichtung anzupassen, und löst dann aus. Bei Cues kann sie wahlweise mit der einstudierten Vorstellungszeit fahren oder mit einer Dokumentationszeit, damit auch quer zur Show-Reihenfolge jedes Gerät ankommt.

Fotografiert wird über beliebig viele Quellen gleichzeitig:

  • Capture-Karten, etwa Kameras mit HDMI-Ausgang
  • RTSP-Netzwerkkameras, inklusive Entzerrung für Weitwinkelobjektive
  • Handys: QR-Code scannen, Browser öffnen, fertig

3. View

Nach dem Durchlauf liegt die Dokumentation als durchsuchbare Galerie vor: gegliedert nach Phasen und Presets, filterbar nach Kamera, mit allen Metadaten am Foto · Preset-Nummer, Kanäle, Phase, Aufnahmezeitpunkt. Notizen lassen sich pro Stimmung und pro Foto ergänzen, und direkt auf den Fotos kann man zeichnen: ein Pfeil auf die Position, um die es geht, sagt mehr als drei Sätze.

Der vielleicht wichtigste Teil ist die Korrektur. Ist ein Foto missglückt, lief jemand durchs Bild, stand eine Tür offen, dann markiert man es einfach. FINDUS ruft die Stimmung noch einmal ab und ersetzt das Foto.

Am Ende steht der PDF-Export: Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, farbcodierte Phasen-Trennseiten, wählbare Kameras, sauber beschriftete Fotos.

Unter der Haube

FINDUS ist eine native Desktop-Anwendung in Rust und Tauri · schlank, schnell, und alles bleibt lokal: Fotos, Pläne und Dokumentationen liegen als normale Dateien und PDFs auf dem eigenen Rechner. Die Oberfläche gibt es auf Deutsch und Englisch.

Verfügbarkeit

FINDUS ist eine Eigenentwicklung und aktuell in der Erprobung im echten Produktionsbetrieb. Bei Interesse oder Fragen gerne melden.

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